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Dirk Sattur ist Geschäftsführer von MITNETZ GAS (Bild: MITNETZ GAS)
Dirk Sattur ist Geschäftsführer von MITNETZ GAS (Bild: MITNETZ GAS)

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3 Fragen an Dirk Sattur

Ist das Gasnetz von MITNETZ GAS schon bereit für den Transport von Wasserstoff?

Generell sind die Gasverteilnetze von MITNETZ GAS bei einer entsprechenden Reinvestition für Wasserstoff geeignet. In einer gemeinsamen Studie mit der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH haben wir vor kurzem den möglichen Transformationsprozess unserer technischen Anlagen von Erdgas zu Wasserstoff untersucht. Im Fokus der Studie standen alle Gasnetze und die dazugehörigen technischen Anlagen, einschließlich der Hausinstallationen. Dabei wurden unterschiedliche Szenarien betrachtet, von einer dreißigprozentigen Beimischung von Wasserstoff bis hin zu einem hundertprozentigen Betrieb mit Wasserstoff in unserem rund 7.000 Kilometer langen Leitungsnetz.

Was würde für einen Netzbetrieb mit Wasserstoff benötigt?

Neben den notwendigen Investitionen mit Blick auf die Altersstruktur und Lebensdauer der Leitungen, die wir bereits jetzt für einen möglichen künftigen Betrieb mit Wasserstoff ausrichten, ist im Wesentlichen die Anpassung der Messtechnik notwendig. Die Studie bezog sich jedoch zunächst auf unsere eigenen Anlagen. An unser Netz angeschlossene Verbraucher wurden noch nicht betrachtet. Die Endgeräte auf Kundenseite sind nach heutigem Kenntnisstand nur sehr eingeschränkt für einen Betrieb mit Wasserstoff geeignet. Hier sind weitere Untersuchungen und Maßnahmen mit den Heizgeräteherstellern notwendig.

Was ist in der technischen Handhabung der größte Unterschied zu Erdgas?

In unserem Projekt „HYPOS: H2-Netz“, in dem wir den Betrieb einer Wasserstoffinfrastruktur auf einem realen Testfeld untersuchen, kommen insbesondere moderne, hochdichte Kunststoffrohre anstelle herkömmlicher Polyethylenleitungen zum Einsatz, die bereits heute einen Großteil des bestehenden Gasnetzes ausmachen. Sämtliche Verlegeverfahren aus dem Bereich Erdgas können für Wasserstoffanlagen ebenfalls angewendet werden. Wichtig ist, die Durchlässigkeit der Rohre zu beachten, da Wasserstoffmoleküle kleiner als Erdgasmoleküle sind. Die Auswahl des Materials führt in Abhängigkeit von Druckstufe und Temperaturverhältnissen zu deutlichen Unterschieden bei der Permeation von Erdgas und Wasserstoff, was für den Betrieb von Wasserstoffanlagen bedeutsam ist.

Pressekontakt

Ann-Kristin Müller

Ann-Kristin Müller

Pressekontakt Hauptreferentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 030 460 6015-68